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Tipps zum Einbruchschutz der Polizei Heilbronn 

SICHERHEIT - Nicht nur für die Urlaubszeit: Polizei Heilbronn gibt Tipps zum Einbruchschutz

Weil sie oft verdeckt liegen, sind Terrassentüren das Angriffsziel Nummer eins. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn


Urlaubszeit gleich Einbruchzeit. So sagt man landläufig. Thomas Handel, sicherungstechnischer Berater der Polizei Heilbronn, hingegen erklärt: „Die Einbruchszahlen steigen in dieser Zeit nur ganz leicht an“. Hauptsächlich sind Langfinger während der Wintermonate bis in den späten März hinein unterwegs. Dennoch ist ein guter Einbruchschutz das ganze Jahr über sinnvoll. Ein Interview mit Tipps für mehr Sicherheit.

Herr Handel, hilft es, bei Abwesenheit ein Licht, das Radio oder den Fernseher laufen zu lassen?

Thomas Handel: Licht ist immer gut, denn Licht schreckt ab. Am besten mit Zeitschaltung und nicht durch einen Bewegungsmelder ausgelöst. Im Winterhalbjahr sollte es eingeschaltet werden, sobald es dämmert.
  
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Und wie sieht es bei den Fenstern aus? Rollläden runter, bevor ich verreise?

Handel: Auf keinen Fall. Das signalisiert ja, dass niemand da ist. Wir raten dazu, dass man die Rollläden beispielsweise während eines Urlaubs in verschiedene Stellungen bringt – entweder über einen elektronischen Fernzugriff, oder dass das Familienangehörige oder Freunde für einen übernehmen. Falls das nicht geht, lässt man die Rollläden besser auf.

Was sollte man von vorneherein bei der Auswahl von Fenstern beachten?

Handel: Terrassentüren sind das Angriffsziel Nummer eins im Einfamilienhausbereich, da sie oft verdeckt liegen. Dort kann man mechanische Sicherungen anbringen. Einbruchhemmende Fenster sollte man beim Neubau gleich einsetzen, nachrüsten kann man beispielsweise mit sogenannten Pilzkopfverriegelungen oder Aufschraubprodukten.

Was raten sie bezüglich Türen?

Handel: Wir empfehlen auf jeden Fall eine Mehrfachverriegelung, je nach Lage der Türe auch ein Sicherheitsglas.

Für wen ist eine Alarmanlage sinnvoll?

Handel: Grundsätzlich teilt eine Alarmanlage nur mit, dass gerade eingebrochen wird. Man darf sich nicht allein auf sie verlassen. Denn viele lassen den Alarm auf ihr Handy leiten. Aber was passiert, wenn sie gerade keinen Empfang haben? Darum: Wenn eine Alarmanlage, dann nur eine geprüfte und zertifizierte, und die sollte auf eine private Notrufleitzentrale laufen, also einen Wachdienst. Dieser kann den Alarm unverzüglich an uns, die Polizei, weitergeben. Für den Normalbürger reicht aber ein guter mechanischer Schutz des Hauses aus.

Was kostet eine solche Anlage?

Handel: Bei einem Einfamilienhaus liegen wir da locker bei 6000 bis 10000 Euro.

Was ist noch wichtig?

Handel: Ein wachsamer Nachbar. Eine gute gelebte Nachbarschaft wird oft unterschätzt. Es bringt sehr viel, wenn ich dem Nachbarn sage, ich bin ein paar Tage im Urlaub. Bemerkt er dann irgendwelche Leute auf meinem Grundstück, wird er stutzig und ruft mich oder gleich die Polizei an.

Von unserem Redakteur
Christoph Feil
  
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