Themenübersicht

Journal zum Portal

Vorsicht beim Grillen

RECHT: Was ist erlaubt auf dem Balkon und im Garten?

Nicht gegrillt werden darf, wenn dabei Rauch in die Wohnung der Nachbarn zieht. Foto: Anselm/stoch.adobe.com


Glücklich kann sich schätzen, wer in Zeiten der Corona-Pandemie über einen Balkon, eine Terrasse oder einen Garten verfügt. Als Entspannungsoasen im Alltag trösten sie vielleicht auch über einen ausgefallenen Urlaub hinweg. Doch was ist dort alles erlaubt? „Mieter können ihren Balkon oder ihren Garten nutzen, wie sie wollen. Sie haben hier die gleichen Rechte und Pflichten wie in der Wohnung selbst. Theoretisch“, betont der Deutsche Mieterbund (DMB). Denn praktisch werden die Gebrauchsrechte auf Balkon und der Terrasse demnach durch berechtigte Interessen der Nachbarn begrenzt. „Es muss entsprechende Rücksicht genommen werden, und auch der Vermieter hat häufig ‚ein Wörtchen‘ mitzureden“, so der DMB weiter. Ein Überblick:
Garant Immobilien Heilbronn GmbH & Co. KG
Blumen: Mieter haben das Recht, auf dem Balkon Blumenkübel, Blumentöpfe oder Rankegitter aufzustellen. Sie können auch Blumenkästen anbringen und sie nach ihren eigenen Wünschen bepflanzen, so der DMB. Herabfallende Blüten und Blätter müssen die darunter wohnenden Nachbarn demnach dulden. Stark wuchernde Pflanzen, die über die Brüstung wachsen, müssen aber zurückgeschnitten werden, damit der Balkon des Nachbarn nicht ebenso zuwuchert. Und: Blumenkästen müssen stets ordnungsgemäß befestigt werden, damit sie nicht etwa bei starkem Wind herabstürzen und jemanden verletzen.

Feiern: Laut DMB darf auf dem Balkon und im Garten natürlich gegessen, getrunken und auch gefeiert werden. Dabei gelte aber das Gebot der Rücksichtnahme. „Das bedeutet, im Interesse der Nachbarn so leise wie möglich zu feiern. Und auch oder gerade auf dem Balkon oder im Garten gilt, ab 22 Uhr ist Nachtruhe“, so der Verband. Momentan sind zudem die behördlichen Bestimmungen zu Kontaktbeschränkungen im jeweiligen Bundesland zu beachten.

Grillen: Die Grillsaison ist schon seit Längerem eröffnet. Auch in Mehrfamilienhäusern darf auf dem Balkon oder im Garten gegrillt werden, Nachbarn müssen dies akzeptieren, wie der DMB mitteilt. Zwei Ausnahmen gibt es allerdings: Ist im Mietvertrag ausdrücklich das Grillen auf Balkon oder Terrasse verboten, müssen sich dem Verband zufolge Mieter daran halten. Ansonsten drohen Abmahnungen und sogar die Kündigung. Und: Selbst ohne Verbot im Mietvertrag dürfe nicht gegrillt werden, wenn Rauch in die Nachbarwohnung ziehe – egal, ob der Grill dabei auf dem Balkon oder im Garten stehe.

Pool/Sonnenbaden: Hat der Mieter den Garten mitgemietet, darf er darin ein Schwimmbad mit einem Durchmesser von 4,2 Metern aufstellen, wie der DMB mit Bezug auf ein Urteil des Landgerichts Hamburg (Az.: 316 S 153/93) klarstellt. Darüber hinaus sei dort sogar das Nacktsonnen in aller Regel erlaubt, der Hausfrieden werde dadurch gar nicht beziehungsweise nur unwesentlich beeinträchtigt, so dass eine Kündigung des Vermieters nicht gerechtfertigt sei (Amtsgericht Merzig, Az.: 23 C 1282/04).

Möblierung: Laut DMB können Mieter Stühle, Bänke, Tische oder Sonnenschirme ganz nach ihrem Geschmack aufstellen. Eine Sonnenmarkise oder eine Balkonverkleidung bedürfe jedoch in aller Regel der Zustimmung des Vermieters. red
      
Datenschutz